Wunschstories
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Henning / Algorithmen am Werk
Und einmal angenommen, wir machen es umgekehrt?
Wer einmal von einem 5-Meter-Turm auf ein Schwimmbad hinunter geschaut hat, weiß wie hoch 5 Meter sind. 6 Meter ist um einen Meter mehr.
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Es kommt viel zusammen im Leben, sofern man gewillt ist, sich darauf einzulassen. Von Beruf „in der IT Branche“, arbeitet Henning an Optimierungsalgorithmen. Er mag es also kompliziert. Sein Spezialgebiet sind Optimierungsalgorithmen. Angenommen, man würde versuchen, dass für Laien verständlich zu erklären? Nimm Google, sagt Henning. Das war der Anfang. Mittlerweile gibt es Algorithmen, die aus einer Liste von neuen Songs diejenigen herausfiltern, die das Zeug zum Hit haben. Oder Verfahren, mit denen analysiert wird, welche Zutaten einen Kinofilm erfolgreich machen werden. Partnerbörsen stiften Beziehungen via automatischer Suchtechniken und ausgerechnet ein Professor der Wirtschaftswissenschaften erfindet ein automatisches Verfahren, mit dem man unter verschiedenen Bordeaux-Weinen denjenigen mit dem besten Geschmack finden soll.

 

All dem liegt ein Algorithmus zugrunde. Oder, in verständliche Sprache übersetzt: eine Handlungsanweisung. Das muss nicht unbedingt eine Formel sein, sagt Henning. Auch die Art, wie man Zahlen bei der Addition unter einander schreibt, ist so eine Handlungsanweisung, ein Algorithmus. Für das Funktionieren unserer Welt ist das ungefähr so wichtig wie die Erfindung von Rad, Auto oder Flugzeug. Vereinfacht gesagt, meint Henning: Wie komme ich von A nach B?

Und zuhause? Wo finden die Algorithmen statt?

„Zuhause ist zuhause. Ganz einfach“. Das ist der Ort, an dem man Wünsche verwirklicht. Außen wie innen. Im Fall von Hennings Wunschhaus in einer Kombination zweier Welten. Strenge Formen außen, ein kubistisch anmutendes Gebäude, klare Formensprache, „no nonsense“, sagt Henning. Rechte Winkel, wohin das Auge schaut, das gibt Struktur und Halt. Und ermöglicht Spielereien, das Eingehen auf Passionen. Von denen es einige gibt in Hennings Leben.

 

Die Musik zum Beispiel. Ein Flügel im lichtdurchfluteten Wohnzimmer, mit Blick über die Weinberge. Man stellt sich Johann Sebastian Bach vor, als Soundtrack. Das wohltemperierte Klavier. Oder Keith Jarrett. Passt sicher auch. Dazu ein eigenes Tonstudio, für die Experimente. Von drinnen dingt nichts nach außen, von draußen stört nichts die Aufnahmen. Ein Refugium, in High Tech.

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Das Leben ist mehrdimensional. Jedenfalls Hennings Leben.

Draußen, der Kontrast. Ein üppig bepflanzter Garten, opulent gestaltete Außenanlagen. „Mein anderes Steckenpferd“, sagt Henning. Der Garten könnte genauso an den Hängen über der Côte d’Azur stehen, wild, scheinbar natürlich und doch präzise geplant. Hier trifft sich der Informatiker mit dem Familienvater. „In der rationalen Planung teils irrationaler Prozesse“.

 

Das hat auch zur Zusammenarbeit mit Wunschhaus geführt. „Mir hat die Fähigkeit zur Analyse imponiert“. Die unter anderem dazu geführt hat, dass das Erdgeschoß 6 Meter über dem Eingang ins Haus liegt. Also genau umgekehrt als man es erwarten würde.

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Das Leben ist mehrdimensional.
Bleibt eine Frage an den Bauherren – welche Entscheidungen überlässt man Algorithmen. Und was entscheidet man auch weiterhin selbst.

Routine-Entscheidungen im Alltag gebe ich gerne ab, sagt Henning. Ob ich diese oder jene Versicherung abnehmen soll. Oder ob ich einen Stau umfahre und damit 6 Minuten gewinne. Im Gegensatz zu den wirklich existenziellen Fragen, die meine Art und Weise zu leben beeinflussen, die ausmachen, wer ich bin. Welchen Beruf ich wähle, mit wem ich zusammenleben möchte. Ob ich Kinder haben will. Diese Entscheidungen gewinnen ihre Bedeutung erst dadurch, dass ich sie nicht delegiere. Ich treffe die Entscheidung und kann mich nur deshalb mit ihr identifizieren.

 

Und die 6 Meter Gefälle werden im Winter zu einer Rodelbahn für die Kinder. Weil Papa mitgedacht hat.

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\ Zum Wunschhaus E46

Hinweis: Henning sieht gut aus, keine Frage. Aber er macht sich nichts aus Fotos. Also haben wir ihn durch ein Model ersetzt, dass ihm gerecht wird. Wir nennen ihn weiterhin Henning, obwohl er Michael heißt.